Hochbegabten-
Initiative
Trier e.V.

                

  

 

 

Am Anfang steht bei den Eltern zunächst die Frage:

"Ist mein Kind hochbegabt ?"

Meist wird festgestellt, dass die betroffenen Kinder sich in irgendeiner Form von Kindern gleichen Alters unterscheiden. Selbst wenn die Hochbegabung zweifelsfrei feststeht, fehlt gelegentlich der Glaube daran. Das liegt daran, dass diese Kinder meist aus dem gängigen Klischee: "Hochbegabt = Genie = Perfekt" völlig herausfallen. Erschwerend kommt die altersgerechte physische und emotionale Entwicklung hinzu.

Einige der folgenden Merkmale können ein Indiz für Hochbegabung sein.

Kleinkindalter:

  • besonders wach (geringes Schlafbedürfnis)
  • besonders aufmerksam und ansprechbar
  • ausgeprägtes Neugierverhalten
  • Entwicklungsstadien werden früher erreicht und schneller durchlaufen (z.B. Laufen lernen, Sprachbeginn, Lesen)

Sprachentwicklung:

  • früher Sprachbeginn, rascher, beschleunigter Verlauf
  • hohes Niveau sprachlicher Leistungsfähigkeit
  • umfangreicher, ungewöhnlich differenzierter Wortschatz

Kognitive Besonderheiten:

  • gutes Gedächtnis, rasche Auffassungsgabe
  • schnelle, präzise Verknüpfung von neuer Information und vorhandenem Wissen
  • gezielte Anwendung vorhandenen Wissens, Bevorzugung komplexer Aufgaben
  • sehr gute Beobachtungsgabe, breites Grundwissen

Oft bleibt die Hochbegabung bedauerlicherweise unerkannt.

Die daraus resultierende geistige Unterforderung kann weitreichende Folgen für das betroffene Kind haben, wie z. B.:

  • Verlust sozialer Kompetenz
  • Neigung zu Leistungsverweigerung
  • Verlust des Selbstwertgefühls und Versagensängste

Durch ständige geistige Unterforderung kann man, je nach Geschlecht, unterschiedliche Verhaltensauffälligkeiten beobachten:

Jungen werden häufiger aggressiv. Sie versuchen die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, indem sie den "Klassenclown" spielen. Sie werden unruhig und zappelig ("Zappelphilip"). Oder sie nehmen nicht mehr am Unterricht teil, schalten ab und werden unaufmerksam ("Träumer").

Mädchen dagegen reagieren oft überangepasst. Sie flüchten sich vielfach in psychosomatische Krankheiten wie Fett- oder Magersucht, Bauchschmerzen oder Migräne

Oftmals werden auch andere Diagnosen gestellt, wie

  • Hyperaktivität
  • ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom)
  • Grob- und feinmotorische Störungen
  • Legasthenie

wobei sich die Symptome bei angemessener Förderung der Kinder stark reduzieren können.

Verfasser: map-gi, Stand: 14.03.2006
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