Die Strecke ist toll. Es geht am Bach entlang durch jungen Eichenwald, dann zur größten Burgruine des Hunsrücks, die wunderschön gelegen ist, anschließend geht´s steil bergauf durch jungen Hainbuchenwald zur Altburg, einer rekonstruierten befestigten Keltensiedlung, die gerade von Reenactorn (fast echte Kelten) bewohnt wird und die auch extra für uns ein kleines Programm bieten würden, wenn wir das wünschen (normaler Eintrittspreis für Gäste 1,50 für Kinder und 3,- Euro für Erwachsene, HIT-Mitglieder zahlen nichts!). Anschließend geht´s zum Besucherbergwerk Herrenberg mit Fossilienmuseum, aber das auch noch zu gucken wär glaub ich etwas zuviel, aber vorbei müssen wir trotzdem und man kann da essen und trinken oder einfach die Wasserflaschen auffüllen etc. mit wunderbarer Aussicht auf die Burgruine. Danach geht´s wieder durch herrlichen Laubwald bergab mit Trampelpfaden zu Felsvorsprüngen auf denen mutige Eltern ihre Kinder rumkraxeln lassen können und die tolle Ausblicke über das Hahnenbachtal und immer wieder auf die Schmidtburg bieten, sehr romantisch. Wir passieren auch noch eine ehemalige Schieferabbauwasauchimmer, wo noch Eisenschienen, Kurbeln etc. stehen wie ständig irgendwelche zugemauerten Stollen (nur noch Löcher für Fledermäuse). Kurz vor dem Ende (ca. 8 km) stoßen wir auf eine Mühle mit Spielplatz, Fischteichen etc., wo man speisen, trinken, ruhen kann (allerdings nicht besonders günstig). Dann geht´s wieder durch den Eichenwald, den wir vom Start her kennen, allerdings einen anderen Weg, mit Blick auf bizarre Felsformationen. Kurz gesagt klasse Tour!
3 Nachteile: 1. 80 km Entfernung, sprich eine Stunde Anreise. 2. Wir müssen am Anfang und am Ende ein Stück nicht ungefährliche Straße gehen, aber vielleicht gehen das nur die Autofahrer und v.a die Kinder werden abgesetzt beim Start, bzw. abgeholt am Ende. 3. Die Strecke ist nicht gut geeignet für Kinderwagen. Es gibt ein paar Passagen, wo man eine Alternativstrecke gehen kann, an anderen Stellen müßte man sich etwas behelfen. Wer ohne Kinderwagen nicht auskommt oder nicht gerne wandert oder fußlahm ist, aber die Burgen und uns alle trotzdem sehen will, kann auch auf anderen Wegen zur Keltensiedlung und zur Schmidtburg kommen.
Zur Schmidtburg muß noch erwähnt werden, daß dort nicht nur Mittelaltergeschichte stattfand, sondern auch der Schinderhannes einige Wochen nach sehr erfolgreichem Raub sich dort allen Klischees entsprechend mit einigen Bandenmitgliedern und seiner Geliebten übermütig verlustiert hat. Geschichtlich gesehen reisen wir durch Jahrtausende (Fossilien, Kelten, Ritter, Räuber und wir bilden die Gegenwart). Das kann man bestimmt auch den Kindern interessant rüberbringen. Die Strecke hat man zwar schnell abgewandert, aber mit den Aufenthalten wird´s denk ich letzten Endes doch eine volle Tagestour.
Anfahrt: Hunsrückhöhenstraße, Abfahrt nach Rhaunen und Bundenbach (L182) Richtung Bruschied. (Von Trier aus fährt man am besten Autobahn Richtung Saarbrücken, fährt bei der Abfahrt Mehring raus Richtung Mainz über Büdlicherbrück auf die Hunsrückhöhenstraße an Morbach vorbei).
Treffpunkt: Rudolfshaus, Wanderparkplatz (direkt hinter der Brücke über den Hahnenbach). Der Ort ist so klein, daß er auf keiner Autokarte Platz findet, es gibt ihn aber dennoch. Einfach nach Bundenbach Richtung Bruschied fahren.
Uhrzeit: 10.00 Uhr
Wetter: Klasse
Länge ca. 8 km (ohne Gewähr)
Beachten: Feste Schuhe, Essen und Trinken (erste Einkehrmöglichkeit erst nach Schmidt- und Altburg) mitbringen.