Wie die Nachrichten-Seite Fussball-heute.de berichtet, wird die Fußball Europameisterschaft 2020 verschoben! Ausgerechnet im 60. Jahr nach der erstmaligen Austragung der EM wird die große Fußball-Veranstaltung nicht stattfinden.

Aufgrund der weltweiten Corona-Krise ist erstmal ein ungerades Jahr als Austragungsjahr einer Fußball-EM festgelegt worden!

Das europaweite Fußball-Turnier soll jetzt im Sommer 2021 stattfinden. Sofern sich die gesundheitliche und weltpolitische Lage bis dahin wieder einigermaßen normalisiert hat.

Die bisherigen Fußball-Europameisterschaften

Fußball Europameisterschaften von 1960 bis 2016

Hier haben wir alle Endspiele der bisherigen Fußball-Europameisterschaften aufgelistet.

1960 U.S.S.R. 2 Jugoslawien 1

1964 Spanien 2 U.S.S.R. 1

1968 Italien 2 Jugoslawien 0

1972 Westdeutschland 3 U.S.S.R. 0

1976 Tschechoslowakei 2 Westdeutschland 2

Die Tschechoslowakei gewann das Elfmeterschießen mit 5:3. Den entscheidenden Elfmeter verschoss ein gewisser Ullrich Hoeneß. Wurstfabrikant aus Franken.

1980 Westdeutschland 2 Belgien 1

1984 Frankreich 2 Spanien 0

1988 Niederlande 2 U.S.S.R. 0

EM 1964 bis 1988

Das 1964 in Spanien ausgetragene Turnier sollte das gleiche Format beibehalten, wobei die Sowjetunion, Dänemark, Ungarn und Spanien in die Runde der letzten Vier kamen. Damit würde Franco die Sowjetunion missgünstig aufnehmen. Glücklicherweise würde sich der Boykott nicht wiederholen, wenn die beiden Mannschaften im Finale aufeinander treffen würden. Zum Glück für Franco würde ein später Sieger aus Marcelino die Spanier ihren ersten internationalen Wettbewerb gewinnen lassen. Stellen Sie sich vor, Franco sähe die Sowjets in seinem geliebten Madrid die Trophäe heben. Eine mögliche diplomatische Katastrophe war abgewendet worden.

Das Gastgeberland würde das Turnier 1968 erneut gewinnen. Diesmal gewann Italien und schlug Jugoslawien in einer Wiederholung mit 2:0. Zu diesem Zeitpunkt änderte der Wettbewerb seinen Namen in Europameisterschaft und war das erste Turnier, für das sich England qualifizierte. Die Engländer wurden Dritter und schlugen die Sowjetunion im Playoff um den dritten Platz mit 2:0.

Der Weg der Italiener ins Finale war gelinde gesagt kurios. Nach dem 0:0-Unentschieden im Halbfinale gegen die Sowjets wurde das Spiel durch einen Münzwurf entschieden, den der italienische Kapitän Giacinto Facchetti glücklicherweise richtig gewählt hatte. Ich bin nicht sicher, ob sie heute damit durchkommen würden.

Bei der Meisterschaft 1972 in Belgien meldete sich die Bundesrepublik Deutschland als echter Anwärter. Franz Beckenbauer, Gerd Muller und Paul Breitner waren nur einige Namen, auf die die Deutschen zurückgreifen konnten. Sie schlenderten durch den Wettbewerb und schlugen die Sowjetunion im Finale mit 3:0, wobei Muller einen Doppelpack erzielte. War dies die beste deutsche Mannschaft aller Zeiten?

Im Sommer ’76 trafen in Jugoslawien die Tschechoslowakei, Jugoslawien, Westdeutschland und die Niederlande aufeinander. Die Tschechoslowaken setzten die Niederländer im Halbfinale mit 3:1 ab, mit ein wenig Hilfe des britischen Schiedsrichters Clive Thomas, der Johan Neeskens und Win van Hanegem ausschaltete. Der gesamte holländische Fussball wurde vorerst auf Eis gelegt.

Die Tschechoslowakei würde im Finale auf Deutschland treffen, nachdem man im anderen Halbfinale die Jugoslawen mit 4-2 besiegt hatte. Die Tschechoslowakei schien auf den Sieg vorbereitet, bis Bernd Holzenbein in der letzten Minute der regulären Spielzeit den Ausgleich für die Deutschen erzielte und das 2:2 erreichte. Das erste Elfmeterschießen des Wettbewerbs sollte nach einer torlosen Verlängerung folgen.

Uli Hoeness verschoss den einzigen Elfmeter des Elfmeterschießens, so dass Antonin Panenka das Spiel gewinnen konnte. Er trat auf, bevor er den Ball in der Mitte des Tores sanft nach unten schlug, und das war die Geburtsstunde des „Panenka-Strafstoßes“.

Mit der wachsenden Popularität des Turniers, das 1980 in Italien stattfand, sollte die Zahl der Teilnehmer von vier auf acht erhöht werden. Ohne Halbfinale würden die beiden Gruppensieger ins Finale einziehen. Es war abzusehen, dass Westdeutschland gegen das Überraschungspaket von Belgien dabei sein würde.

Platini erzielte neun Tore in fünf Spielen, als Frankreich 1984 die Europameisterschaften gewann.

Wurde eine Euro jemals von einem einzigen Spieler dominiert, wie es 1984 der Franzose Michel Platini tat? Der amtierende Weltfussballer des Jahres erzielte in fünf Spielen neun unverschämte Tore, als die Franzosen das Turnier auf heimischem Boden gewannen. Ein qualitativ hochwertiger Wettbewerb würde seinen Höhepunkt im Halbfinale erreichen, als die Franzosen auf Portugal trafen. Beim 1:1 in der Verlängerung schien Rui Jordao mit seinem Volley den Gastgeber aus dem Turnier zu stürzen. Zum Glück für Frankreich stand ein Comeback in Aussicht. Jean Francois Domergue würde den Ausgleich erzielen, und passend dazu wäre es Platini, der sich einen späten Sieger schnappen würde. Das Finale wäre eine unkompliziertere Angelegenheit, bei der Frankreich Spanien mit 2:0 besiegen würde.

An die Europameisterschaft 1988 erinnert man sich zum einen. Der Volley von Marco van Basten. Diese talentierte niederländische Mannschaft triumphierte dort, wo die Mannschaft der 70er Jahre gescheitert war – mit dem Gewinn ihres ersten großen Turniers. Im Finale traf Holland auf die Sowjetunion – dies war die letzte Europameisterschaft der Sowjets, da die Union 1991 auseinanderbrach. Auf einen Kopfball von Ruud Gullit folgte ein historischer Treffer von Van Basten, ein Tor, das durch Technik und Ausführung beeindruckte. Das Spiel endete mit 2:0 gegen die Niederländer.

EM 1992 in Schweden

Finale: Dänemark – Deutschland 2:0

Aus dem Urlaub zum EM-Titel. Die Dänen sollten eigentlich gar nicht dabei sein. Allerdings sorgte der Bürgerkrieg im ehemaligen Jugoslawien dafür, dass dieses zerrüttete Land mit so vielen tollen Fußballern nicht mehr antretetn konnte. Also bekam Dänemark kurz vor Beginn der Europameisterschaft in Schweden unverhofft die Nachricht, dass es teilnehmen darf. Überraschend setzten sich „Danish Dynamite“ in der Gruppe durch. Nur ein Spiel war noch nötig um ins Finale zu kommen. Das Halbfinale gewann Dänemark und schlug im Final die hochfavorisierten Nachbarn aus Deutschland mit 2:0.

EM 1996 in ENGLAND

Was war das für eine geniale Europameisterschaft. Vielleicht stilisiere ich das hoch, weil Deutschland gewonnen hat und ich damals rund um die Uhr nur an Fußball dachte. Allerdings spricht viel dafür, dass dies wirklich die beste EM aller Zeiten war. England – Das Mutterland des Fußballs – als Gastgeber. Die Briten hatten mit Paul Gascoigne einen absoluten Publikumsliebling und Helden. Alles schien perfekt inszeniert für den ersten englischen Fußball-Titel seit der WM 1966. Damals übrigens auch im eigenen Land. Wer denkt nicht sofort an die inoffizielle Fußball-Hymne „Football is coming home“?

Allerdings vermiesten die Deutschen die Party gewaltig. In Person von Andreas Möller, der den entscheidenden Elfmeter im Halbfinale gegen England verwandelte und Torwart Andreas Köpke, der den Elfmeter von Gareth Southgate – übrigens Englands späteren Nationaltrainer – hielt. Video dazu: https://youtu.be/3EiE7eLWI_M

Im Finale gewann Deutschland durch das erste Golden Goal der Geschichte mit 2:1 nach Verlängerung gegen Tschechien. Das grausamste Tor aller Zeiten erzielte Oliver Bierhoff. Der spätere Manager der Nationalmannschaft setzte sich damit ein Denkmal für die Ewigkeit und machte die Mannschaft von Trainer Berti Vogts zum Europameister. Deutschlands dritter EM-Titel nach 1972 und 1980.

EM 2000 in Belgien und Holland

Finale: Frankreich – Italien 2:1

La grande Nation holte sich nach dem WM-Titel 1998 auch den EM-Pokal 2000.

EM 2004 in Portugal

Finale: Griechenland – Portugal 1:0

Eine der größten Überraschungen der Fußball-Geschichte! Griechenland wird Europameister 2004! Das extrem defensiv eingestellte Team kämpfte sich mit minimalistischem Ergebnis-Fußball von Spiel zu Spiel. Die geniale Taktik ersonn kein geringerer als „König“ Otto Rehagel. Der langjährige Trainer von Werder Bremen machte sich zum griechischen Volkshelden und spuckte Gastgeber Portugal gewaltig in die Suppe. Sein Heimatland Deutschland war unrühmlich bereits in der Vorrunde gescheitert.

EM 2008 in Österreich und der Schweiz

Finale: Spanien – Deutschland 1:0

Fernando Torres machte sich deutschlandweit unbeliebt als er das Siegtor im Finale der Europameisterschaft 2008 schoss. Der blonde Spanier schoss sein Land damit zum EM-Titel und vermasselte Deutschlands neuem Bundestrainer Joachim Löw den perfekten Einstand als Nationaltrainer. Es sollte sechs weitere Jahre dauern, bis Löw mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien sein Meisterstück gelang.

EM 2012 in Polen und der Ukraine

Finale: Spanien – Italien 4:0

Es war der höchste Finalsieg bis dato in der Geschichte der EM. Spanien deklassierte chancenlose Italiener im Finale mit 4:0. Die Spanier krönten damit eine goldene Generation um Xavi und Iniesta, die bereits 2008 den EM-Titel gewann und ebenfalls 2010 die Fußballball-Weltmeisterschaft in Südafrika.

EM 2016 in Frankreich

Finale: Portugal – Frankreich 1:0

Im Finale der EM2016 standen sich in Paris der Gastgeber Frankreich und Portugal gegenüber. Die Portugiesen waren krasser Außenseiter. Vor allem, da Superstar Cristiano Ronaldo verletzungsbedingt nicht mitspielen konnte. Ronaldo tobte aber wie ein Trainer an der Seitenlinie entlang und peitschte so seine Mannschaft zur Sensation.

Deutschland war zuvor im Halbfinale mit 0:2 an Frankreich gescheitert. Beide Tore hatte Antoine Griezman geschossen, der zu diesem Zeitpunkt für Atletico Madrid in Spanien spielte.